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Schneeschuhwandern vor imposanter Kulisse

Gurnigelbad - Luterbüel - Selibüel - Wasserscheide

Schneeschuhwandern ist erst vor kurzer Zeit zum Breitensport avanciert. So gibt es noch viele, die zum ersten Mal mit diesem Sport in Berührung kommen. Eine gute Tour für Einsteigerinnen und Einsteiger ist die hier beschriebene Wanderung vom Gurnigelbald auf das Selibüel.

Wärmende Sonnenstrahlen unterhalb des Luterbüels.(Manuel Gnos)
 
  Praktisches zum Tipp  
     
  Anforderungen: Mittel (rund 600 m Aufstieg). Vorsicht auf den Skipisten.

Anfahrt: Mit dem Postauto in einer guten Stunde ab Bern bis Gurnigel, Bad.

Rückfahrt: Mit dem Postauto ab Gurnigel, Wasserscheide bis Bern. Reservation obligatorisch über Telefon 031 386 65 65 (wochentags) oder 062 962 55 55 (sonntags).

Distanz: rund 8,5 km.

Wanderzeit: etwa 4,5 Stunden, inklusive Pausen.

Jahreszeit: ganzes Jahr; im Winter mit Schneeschuhen.

Verpflegung unterwegs: Hotel-Restaurant Gurnigelbad, Bärghus Lischboden, Restaurant bei der Bergstation des Skilifts Länggrätli.
 
     
  Links:
Gantrisch.ch
Gantrisch im Winter
SBB-Fahrplan
Postauto Berner Oberland
Postauto Bern/Freiburg
«Bund»-Wetter
 


Manuel Gnos

Das Hotel-Restaurant Gurnigelbad (1151 m) ist der Ausgangspunkt der Schneeschuhwanderung auf das Selibüel. Vom Parkplatz aus gehen wir am Hotel vorbei auf die Strasse und wandern bergwärts los. Nach ein paar Metern auf der asphaltierten Strasse zweigt rechts ein gut ausgebauter, etwa ein Meter breiter Waldweg ab (kein Wegweiser). Nach wenigen Schritten sind wir eingetaucht in die Stille des Waldes. Nur ab und zu hören wir von der Strasse her ein Auto vorbeirauschen. Die Schneeschuhe sind noch auf den Rucksack geschnallt, da auf dieser Höhe der Schnee nur spärlich liegt.

Zunächst verläuft der Weg ohne grosse Höhenunterschiede in ein kleines Tal hinein. Nach ein paar Minuten erreichen wir eine Brücke. Sie ist zerfallen, aber der Bach ist auf dem gefrorenen Wasser trotzdem leicht zu überqueren. Auf der anderen Bachseite geht es für wenige Meter wieder talauswärts, bis der Weg eine scharfe Linkskurve macht.

Mit einer gewissen Schadenfreude geniessen wir den Blick auf das Nebelmeer über dem Thunersee.(Manuel Gnos)

Auf «Lothars» Spuren

Nach einiger Zeit kommen wir an eine Hütte, die wohl als Unterkunft für die Waldarbeiter dient. Wir befinden uns in einer Lichtung, die aussieht, als wäre sie eine Furche, die der Orkan «Lothar» zurückgelassen hat. Bei der Hütte gehen wir nach rechts, an einer Futterstelle für Rehe und Hirsche vorbei.

Da der Weg hier im Schnee verschwindet, gehen wir nach wenigen Metern links den Hang hinauf, folgen den Fahrspuren der Holztransporter und verlieren dann den Weg vollends aus den Augen. Trotzdem steigen wir im Wald weiter auf, und schon nach einiger Zeit gelangen wir auf eine Schotterstrasse. Dieser folgen wir Richtung West/Südwest und verlassen schon bald den Wald.

Aufstieg mit Blick über das Nebelmeer

Von dieser Strasse zweigen wir erst links ab, wenn am Waldrand ein grosser Hof auftaucht. Zuerst sieht das Strässchen aus, als wäre es nur der Zubringer zu den Gebäuden, doch geht es weiter zu einer nächsten grossen Alp. Dort genehmigen wir uns einen Schluck heisse Bouillon und blicken weit über das Nebelmeer, bevor wir den steilen Aufstieg in Angriff nehmen.

Von hier aus zweigt der Weg ab in Richtung Luterbüel. Im Wald ist der Weg schon nach wenigen Metern nicht mehr auszumachen, zu viel Holz liegt herum, und auch der Schnee ist hier höher als zuvor. Deshalb schnallen wir uns die Schneeschuhe an die Füsse und halten uns eher rechts, steigen aber kontinuierlich auf. Zwischendurch stossen wir auf Wegstücke und unterhalb von Luterbüel (1400 m) gelangen wir aus dem Wald heraus. Dort sehen wir den Skilift des Skigebiets Rüschegg-Eywald, der aber nicht in Betrieb ist. Wir folgen der Skipiste bis zur Bergstation Lischboden (1558 m).

Verschnaufpause vor dem steilen Schlussstück

Eindrückliche Aussicht vom Selibüel: der 2175m hohe Gantrisch.(Manuel Gnos) Zunächst geht es hier zwischen den beiden Skiliften hindurch, dann folgt der Weg dem Waldrand, bis man die Langlaufloipe erreicht. Wir folgen hier dem Arm, der links abzweigt. Vorerst verläuft der Weg in angenehmer Steigung dem steilen Hang entlang, bis nach einiger Zeit der Aufstieg zum Sattelpunkt bei 1636 m beginnt. Hier orientieren wir uns in erster Linie an den zahlreichen Schuh- und Skispuren.

Vom Sattel geht es auf dem linken Weg auf dem Grat weiter, bis sich der Weg in drei Arme verzweigt. Der mittlere Weg, der uns in angenehmer Steigung auf das Selibüel führen würde, ist nicht zu sehen. So entscheiden wir uns für den Weg rechts und umkreisen dadurch einen Teil des Selibüels. Unterhalb einer Hütte, die bewirtet zu sein scheint, verlassen wir den Wald. Hier sehen wir zum ersten Mal die imposante Alpenkette vor uns auftauchen. Durch diesen Anblick motiviert, nehmen wir den letzten, steilen Aufstieg unter die Füsse.

Rasanter Abstieg

Auf dem Selibüel (1750 m) geniessen wir ausgiebig die warmen Sonnenstrahlen und die Aussicht auf die Alpen, den Thunersee, das Mittelland sowie den Jura. Dann machen wir uns auf in Richtung Wasserscheide (1590 m).

Mit den Schneeschuhen ist der Abstieg ein besonderer Spass: Auf dem weichen Schnee geht es auf direktestem Weg bergab. So sind wir nach kurzer Zeit bei der Haltestelle Gurnigel, Wasserscheide und warten auf das Postauto Richtung Bern. Zwar haben wir unsere Plätze im zweiten Kurs reserviert, doch ist es kein Problem, im ersten Postauto einen Platz zu finden.


 by the way

Im Gebiet dieser Schneeschuhwanderung gibt es einige kleine Skigebiete. Eines davon, das Skigebiet Rüschegg-Eywald, passieren wir auf der zweiten Hälfte der Tour. Es ist schön gelegen, mit wunderbarem Blick auf das Mittelland und den Jura. Als wir am 6. Januar 2002 hier durchkamen, waren die Skilifte und das Bergrestaurant geschlossen, weil zu wenig Schnee lag. Bei guten Verhältnissen lässt es sich hier aber wunderbar skifahren und snowboarden. Auskunft gibt die Website oder Telefon 031 738 88 88.



 
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