| Über sanfte Hügel spazieren
Heimiswil - Gärstler - Lueg - Rotenbaum - Schindlenberg - Heimiswil
Angenehme Rundwanderung durch idyllische Hügellandschaft zu einem der Aussichtspunkte des Emmentals: der Lueg (887 m). Besonders der zweite Teil der Wanderung bereitet viel Spass: Währschafte Bauernhäuser warten entlang des Wegs, ein aussichtsreicher Höhenzug lässt die Herzen höher schlagen. Dank guten öffentlichen Verkehrsverbindungen eignet sich die Tour auch als Halbtagswanderung. Einzige Unannehmlichkeit: Etwas viel Hartbelag.
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Praktisches zum Tipp |
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Anforderungen: leicht. Sanfte Steigung, längere Asphaltstrecken.
Anfahrt: Nach Burgdorf mit der Bahn, mit dem Bus weiter nach Heimiswil.
Rückfahrt: Ab Heimiswil mit dem Bus nach Burgdorf.
Distanz: 9 km.
Wanderzeit: 2 h 30.
Jahreszeit: Ganzes Jahr. Nicht ratsam im Hochsommer.
Verpflegung unterwegs: Landgasthof Lueg.
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Links:
SBB-Fahrplan
Landgasthof Lueg
Gemeinde Heimiswil
Emmental
EmmeWeb
«Bund»-Wetter
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Michael Fankhauser
Eines vorweg: Nicht immer ist die Wanderroute gut ausgeschildert. Es empfiehlt sich deshalb unbedingt, eine Wanderkarte mit in den Rucksack zu packen. Zwei Routen führen von Heimiswil (614 m) aus auf die Lueg. Wir wählen den Hinweg über Gärstler und Heimismatt, durchqueren dabei erst einmal den hübschen Dorfkern. Zahlreiche prächtige Bauernhäuser säumen den Weg, auch die 1703 erbaute Kirche und das Pfarrhaus sind sehenswert. Beim Weiler Brüel verlassen wir fürs erste die Teerstrasse – und damit die Zivilisation. Wir nehmen den in den Sandstein gehauenen, finsteren Hohlweg, der stetig ansteigt. Frischer Harzgeruch liegt in der Luft, ein scheues Eichhörnchen begleitet uns. Über den bewaldeten Hügelrücken des Gütsch erreichen wir schliesslich den Hof Gärstler (727 m), einem Bauernhaus wie aus dem Bilderbuch. Fast hätten wir hier die 1000-jährige Eibe übersehen, auf die ein Hinweisschild aufmerksam macht (siehe «by the way»).
Leider ist nun der Weg wieder geteert, doch ein kleiner Vorgeschmack auf die Lueg bietet sich hier bereits: Die Sicht reicht bis zu den Berner Voralpen; auch der Turm des Bantiger ist unübersehbar. Kurz nach Heimismatt treffen wir auf die Strasse, welche die Sonntagsausflügler bequem zur Lueg bringt. Wir folgen der Strasse nur ein kurzes Stück, zweigen dann rechts in den Wald ab. Alte Eichen spenden Schatten, in Serpentinen geht’s hoch zum Gasthaus Lueg (838 m). Die Aussicht vom Lueg-Denkmal auf dem steilen Heiligenlandhubel ist gewaltig. Schön ist besonders der Blick über die sanften Hügelzügen des Emmentals bis hin zu den Alpen. Wer will, kann sich durch die rund 100 Gipfelnamen kämpfen, die der beim Denkmal positionierte Alpenzeiger aufführt.
Wer sich satt gesehen hat, macht sich nun auf den einstündigen Rückweg nach Heimiswil. Beim Gasthof Lueg folgen wir der Teerstrasse - immer schön auf dem Hügelrücken. Einen Waldweg, der rechts abgeht, negieren wir. Aussicht auf tief eingefressene Gräben, sonnige Eggen - das Emmental zeigt sich hier von seiner reizvollsten Seite. Gute zehn Wanderminuten nach dem Schulhaus Rotenbaum (810 m) zweigt der Weg rechts in den Wald ab. Steil geht’s hinunter. Schleckmäuler dürften sich hier im Spätsommer mit Heidelbeeren den Mund voll schlagen. Wir passieren in der Folge idyllische Bauernhöfe, wandern mal durch Wald, mal über Wiesen. Höchstens Hundegebell stört die friedliche Stimmung. Bald ist der Kirchturm von Heimiswil sichtbar, der uns sicher ins Dorf lotst.
| by the way |
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mif. Eine stattliche Anzahl prächtiger Bauernhäuser prägen das Gesicht von Heimiswil. Bereits Jeremias Gotthelf geriet darob 1838 ins Schwärmen: «Hier in Heimiswil beginnen die glitzernden Emmentalerhäuser, die appetitlichsten Bauernhäuser der Schweiz, vielleicht der ganzen Welt», hielt er ganz unbescheiden fest.
Doch noch eine weitere Sehenswürdigkeit gibt es unterwegs zu bestaunen – und bietet eine willkommene Gelegenheit für eine kurze Verschnaufpause: Beim Weiler Gärstler treffen wir auf die wohl grösste, schönste und auch älteste Eibe der Schweiz. Der immergrüne Nadelbaum dürfte rund tausend Jahre alt sein und ist gut 15 Meter hoch. Das harte Eibenholz war früher in unseren Breitengraden so begehrt, dass bereits im 16. Jahrhundert Schonzeiten für Eiben erlassen wurden. Der Baum bei Gärstler hat allen Fällgelüsten getrotzt, steht heute unter Schutz und ziert das Gemeindewappen von Heimiswil. Vorsicht: Nadeln und Samen der Eibe sind giftig; sie enthalten das herzwirksame Alkaloid Taxin.
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